Aquarium Chemie für Anfänger: Was heißt GH, PH, KG und Co?


Eingefleischte Aquarianer reden sehr oft in Form von Abkürzungen. Hier fallen dann Worte oder Zeichenketten wie GH, PH, KH, NO3, NO2, O2, CO2 und viele mehr. Für Anfänger sind das oft nur böhmische Dörfer und sie verstehen nicht wirklich was alles damit gemeint ist. Wir wollen in diesem Artikel zur Aquarium Chemie, etwas Licht in den Schatten bringen und den einen oder anderen Wert genauer erklären. Natürlich gibt es keine wissenschaftliche und chemische Abhandlung, sondern soll viel mehr leicht verständlich sein und erste Infos vermitteln.

Wasser besteht aus vielen Elementen

Im Grunde geht es bei allen Werten welche man im Aquarium und der Aquaristik benötigt, um die Messung des Wassers in seinen Bestandteilen. Dies ist der Lebensraum und die Lebensgrundlage der Fische, Pflanzen und Garnelen. Damit es den Bewohnern gut geht, müssen wir die optimalen Bedingungen schaffen. Diese können wir kontrollieren, indem wir die Wasserwerte immer wieder entsprechend messen und anpassen. Dabei sind die Anforderungen sehr unterschiedlich. Zierfische haben unterschiedliche Anforderungen an das Wasser und ihren Lebensraum. Wie auch in der Natur, so muss auch in der Aquaristik die Bedingungen entsprechend angepasst werden. Dazu dienen die verschiedenen nachfolgenden Werte.

Leitungswasser Analyse beim Wasserversorger

Wer mit reinem Leitungswasser seinen Wasserwechsel macht der sollte dies entsprechend testen. Man kann aber auch die Wasserwerte beim Wasserversorger anfragen. Meist sind diese sogar auf der Wasserrechnung vermerkt. Somit hat man eine genaue Analyse und kann bereits jetzt Entscheidungen, was den Besatz angeht treffen.

GH Gesamthärte und KH Karbonathärte

Beginnen wir bei der Gesamthärte GH und der Karbonathärte, welche meist im gleichen Zug genannt werden. Die Härte des Wassers ist bei den meisten Fischen sehr wichtig. Angegeben wird sie in Grad deutscher Härte °dH. Die Karbonathärte bildet einen Teil der Gesamthärte und hängt meist auch mit diesem Wert eng zusammen. Die Härtestufen des Wassers werden meist unterteilt in 0 – 4° was einem weichen Wasser entspricht bis hin zu 20 – 25 ° was sehr hartes Wasser ist. Zierfische kommen aus verschiedenen Regionen der Erde und haben somit auch unterschiedliche Anforderungen an die Härte des Wassers.

Gemessen wird die Härte am besten mit den im Handel erhältlichen Tröpchentests. Zudem bieten sich auch Streifentest an.

PH Wert im Aquarium

Ein weiterer wichtiger Wert, welcher auch oft im Zusammenhang mit der Härte, sei es KG oder GH genannt wird ist der PH Wert des Wassers. Er unterscheidet, ob es sich hier um ein sehr saures Wasser oder um ein eher bastisches Wasser handelt. Der Wert 7 gibt die Neutralität vor. Unter diesem Wert redet man von saurem Wasser und darüber von eher alkalischem Wasser. Bestimmt wird dieser Wert auch mit Hilfe der Tröpchentests oder aber auch mit elektrischen Sonden, wie man es zum Beispiel an einer CO2 Anlage findet. Er gibt sehr oft auch Aufschluss wie die Sättigung des Wassers mit CO2 ist und steuert somit auch die Zufuhr.

Co2 Wert im Aquarium

Da sind wir auch schon beim CO2 im Aquarium. Immer wieder, wenn es um das Pflanzenwachstum geht kommt Co2 neben den vielen Mikro und auch Makro Nährstoffe zur Rede. CO2 wird heute in Form von Gas zugegeben, um die Pflanzen mit dem wohl wichtigsten Nährstoff zu versorgen. Co2 was ja Kohlendioxid entspricht wird von den Pflanzen über die Blätter aufgenommen. Deshalb sollte man auch diesen Wert immer wieder kontrollieren, vor allem dann, wenn die Pflanzen nicht wirklich wachsen wollen.

Nitrat NO3

Der Stickstoffkreislauf in einem Aquarium ist recht kompliziert. Ein Produkt in diesem Kreislauf ist neben dem Ammoniak auch noch das Nitrat. Nitrat sollte nicht mit Nitrit verwechselt werde, denn dieses ist für die Fische äußerst Giftig. Nitrat jedoch wird auch von den Pflanzen zum Wachstum benötigt. Man spricht auch vom Endprodukt bei der Nitrifikation und dem Stickstoffkreislauf. Wird Nitrit durch Bakterien umgewandelt entsteht Nitrat.

Nitrit NO2

Das Nitrit entsteht auch im Zusammenhang mit dem Stickstoffkreislauf im Aquarium. Dieser ist verantwortlich für den Abbau und die Umwandlungen von Abfallstoffen wie abgestorbene Blätter und auch den Kot der Fische. Mit Hilfe von Bakterien wie dem Nitrobakter wird Nitrit in das ungefährliche Nitrat umgewandelt. Nitrit sollte im Grund nie messbar sein, denn sonst können Fische schnell Probleme bekommen. Deshalb heißt es auch diesen Wert nicht aus den Augen zu verlieren. Man sollte immer wieder das Nitrit messen, vor allem bei der Neueinrichtung eines Aquariums. In der Einfahrphase müssen sich die Bakterien, welche für den Abbau notwendig sind erst bilden. Diesen Prozess heißt es genau zu beobachten. Gemessen wird auch dieser Wert mit den im Handel erhältlichen Tröpchentests.

Ammonium / Ammoniak

Wie bereits beim Nitrit und Nitrat beschrieben, geht es beim Ammonium und auch beim Ammoniak, um den ersten Schritt im Kreislauf des Stickstoffes. Durch die Abfallstoffe entsteht dieser. Abhängig vom PH Wert, wird unterscheiden ob es zu Ammoniak oder zu Ammonium kommt. Beides wird dann in einer weiteren Stufe umgewandelt zum Nitrit und später zum Nitrat welches wieder für die Nährstoffe der Pflanzen dient.

Leitwert des Wassers

Auch den Leitwert des Wassers kann man recht einfach erklären. Er gibt an wie groß der elektrische Widerstand des Wassers ist. Je geringer der Wert, desto geringer ist auch die Härte des Wassers. Gemessen wird er heute mit elektronischen Sonden oder Handgeräten. Diese Messgeräte sehe meist auch wie ein Fieberthermometer. Vor allem bei der Darreichung von Osmosewasser und der Mischung mit dem Leitungswasser gibt er schnell und einfach Auskunft darüber, ob die gewünschten Werte erreicht werden.

Beeinflussung des Aquarium Wasser

Natürlich kann man einige dieser Werte auch entsprechend beeinflussen. Sei es diese Werte senken oder aber auch erhöhen. Die Gründe dafür können vielfältig sein. So brauchen zum Beispiel Diskus Arten einen eher geringen PH Wert und auch eine sehr geringe Härte des Wassers. Je nachdem wer ihr Wasserversorger ist, desto Hart oder auch Weich kann ihr Ausgangswasser sein. Passen diese Werte mit den Anforderungen der Tiere nicht zusammen, dann müssen sie diese entsprechend beeinflussen. Dies kann man entweder durch Mischung mit anderem Wasser (Osmose, Regenwasser) machen, oder aber auch durch gewisse chemische Präparate und Zusätze.  Es gibt des Weiteren auch verschiedene Verfahren mit Hilfe der Natur, wie zum Beispiel die Filterung über Aktivkohle oder Torf, um zum Beispiel den PH Wert zu beeinflussen. Wichtig ist jedoch immer, dass die Wasserwerte in einem engen Zusammenhang stehen und immer als gesamtes betrachtet werden sollen. Einen einzelnen Wert wie PH, GH, KH, CO2, Leitwert oder Ammoniak zu verändern wird nicht möglich sein. Das Zusammenspiel vieler Faktoren macht es letztendlich aus, wie das Aquarium Wasser sich zusammensetzt.

 

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