Liebe zum Detail mit Aquascaping


Die moderne Lebensweise ist für den Menschen durch Stress und Hektik geprägt. Unzählige Reize fluten Tag für Tag auf das Gehirn ein und müssen verarbeitet werden. Damit das Reizzentrum nicht überfordert wird, sollte man sich einen körperlichen und seelischen Ausgleich suchen. Sehr beliebt ist dabei die Aquaristik, die sich auf vielerlei Weise betreiben lässt. Als verhältnismäßig neuer Trend begeistert das Aquascaping viele Aquarienfans. Ihr Ziel besteht darin, nach bestimmten Regeln der Harmonie Unterwassergärten zu gestalten.

Unterwassergärten als eigenständige Biotope

Ein Aquarium von Aquascaping Symphony

© Adrie Baumann – Aquascaping Symphony

Wer sich beim Spaziergang bewusst in der Natur umschaut, wird viele interessante Landschaftsbilder entdecken. Man könnte einzelne Ausschnitte fotografieren, rahmen und als fertiges Bild an die Wand hängen. Es ist jedoch auch möglich, bestimmte Landschaften unter Wasser im Aquarium nachzubilden und somit eigenständige Biotope zu schaffen. Die Auswahl des Themas und die Größe des Landschaftsausschnittes bleiben dem Aquarianer ebenso überlassen wie die Materialien, die er beim Aquascapen einsetzt.

Materialien, die zum Aquascapen benötigt werden

Wer sich an das Aquascaping heranwagen möchte, sollte sich zunächst von der Natur inspirieren lassen und anschließend die notwendigen Materialien zum Nachbau eines bestimmten Ausschnittes besorgen. Grundsätzlich sind beim Aquascaping das Hardscape und das Softscape unterschieden.

Für das Hardscape wird unter anderem ein Aquascape-Aquarium benötigt. Mit ihm lässt sich eine höhere Tiefenwirkung als mit einem normalen Aquarium erzielen, wodurch die Landschaft harmonischer wirkt. Weiterhin verwendet der Aquarianer verschiedene Gesteine. Sie sollten aus Materialien bestehen, die die Wasserqualität nicht negativ beeinflussen. Geeignet ist beispielsweise das Island-Lavagestein. Dieses besitzt zudem eine gelochte Struktur, auf der die spätere Patina besonders gut zur Geltung kommt.

Zum Hardscape gehört außerdem eine entsprechend gestaltete Rückwand. Für diese stehen im Fachhandel verschiedene Klebefolien zur Verfügung, von denen sich einige Modelle bei Bedarf wieder ablösen lassen. Für den Bodengrund werden Kies und Nährboden verwendet. Als Werkzeug benötigt man ausschließlich einen Pinsel.

Zum Softscape zählt der Aquascaper die verschiedenen Wasserpflanzen. Als Werkzeug zum Einpflanzen derselben eignet sich eine lange Pinzette.

Alle passenden Utensilien findet man hier bei aquaristic.net.

Die Einrichtung des Aquascape-Aquariums

Aquascaping mit einem Handschuh

© Adrie Baumann – Aquascaping Symphony

Zunächst wird am Aquarium die Rückwand angebracht. Wieder ablösbare Exemplare haften auf Wasser, das sich dünn mit der Sprühflasche auf die Aquarienwand aufbringen lässt. Entstandene Luftblasen werden mit einem weichen Tuch oder einem gummierten Fugenspachtel sorgfältig zu den Seiten ausgestrichen.

Anschließend bringt der Aquarianer Kies und Nährboden in mehreren Lagen abwechselnd in das Aquarium ein, wobei Letzterer die untere Lage bilden sollte. Bereits beim Befüllen sollte auf eine abwechslungsreiche Gestaltung geachtet werden. Berge und Täler beziehungsweise Schluchten ergeben sich aus der unterschiedlichen Stärke der Schichten in einzelnen Bereichen. Damit die Landschaft natürlich wirkt, sollte auf allzu viel Symmetrie möglichst verzichtet werden. Mit dem Pinsel lässt sich das Material bis in die Ecken verteilen. Außerdem können mit ihm einzelne Bereiche des Bodens ausgewischt werden. Dadurch lassen sich weiche Formen erzielen.

Beim Einsetzen des Gesteins und der übrigen Deko-Materialien kommt es auf ein gutes Augenmerk und auf Fingerspitzengefühl an. Jedes Detail sollte gut geplant sein, damit es sich in die Landschaft einfügt. Zum Betonen der Schluchten und Täler kann farbiger Deko-Kies verwendet werden. Auch hier sollte der Pinsel zum Einsatz kommen, um die Übergänge zu den anderen Bodenschichten leicht zu verwischen.

Um das schnellere Einwurzeln der Pflanzen zu gewährleisten, werden sie aus den Kunststoff-Töpfen genommen. Das Wurzelwerk lockert man auf und beschneidet dieses mit einem sauberen, scharfen Messer. So wird die Wurzelbildung angeregt. Auch die Blätter der meisten Wasserpflanzen können auf etwa ein Drittel gestutzt werden. Der Neuaustrieb erfolgt buschiger und kräftiger.

Das Einsetzen der Pflanzen beginnt im hinteren Bereich. Ein harmonisches Bild entsteht, wenn mehrere Pflanzenarten in Gruppen gepflanzt werden. Unterschiedliche Blattfarben und -formen bringen Bewegung ins Spiel. Bei der Anordnung berücksichtigt der Aquascaper zudem die Wuchshöhe der jeweiligen Arten. Höhere Pflanzen gehören in den Hintergrund, mittelhohe in die mittleren Bereiche. Im vorderen Bereich sollten kleinwüchsige Pflanzen die Hauptrolle spielen, wobei einzelne mittelhohe Gewächse für Auflockerung sorgen.

Vor dem Einfüllen des Wassers wird das Aquarium mit Küchenpapier ausgelegt. Dieses sollte das gesamte Scape locker bedecken. So verhindert man das Ausschwemmen des Bodens und das Aufsteigen der Pflanzen. Anschließend wird das Papier angefeuchtet. Damit das Wasser langsam in das Becken fließen kann, wird es aus einer Gießkanne oder mit dem Schlauch dosiert. Abschließend muss das Küchenpapier entfernt werden. Eventuelle Verunreinigungen lassen sich mit dem Kescher entfernen.

Das Aquascaping-Aquarium im Einsatz

Bereits nach wenigen Wochen schließt sich die Pflanzendecke. Das Gesamtbild wirkt harmonisch. Bei Bedarf lassen sich Fische oder Kleinlebewesen einsetzen. Eine spezielle Beleuchtung sorgt für ausreichend Licht, der Aquascaping-Filter beseitigt Verschmutzungen und reinigt das Wasser. Zudem sollte das Becken mit einer CO2-Anlage bestückt werden.

Einmal wöchentlich wird ein Teilwasseraustausch durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit führt man den Pflanzen etwas Dünger zu. Alle 2 bis 3 Monate sollte der Filter gründlich gereinigt werden, damit seine Funktionsfähigkeit erhalten bleibt. Das tägliche Füttern der Fische dürfte selbstverständlich sein, wobei auf eine ausgewogene Menge geachtet werden muss.

Letztlich bleibt dem Aquascaper genügend Zeit, die Mühen seiner Arbeit zu bewundern.

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